Politisches (selten)

9
Mrz
2008

Vor dem großen Berliner Transportarbeiterstreik...

...suche ich gerade nach Infos zum Transportarbeiterstreik von 1932. Finde aber nicht so recht was, nur diesen kleinen Hinweis beim Internationalen Komitee der 4. Internationale (!):
Indessen zog die KPD unter Stalins Einfluss aus ihren bestürzenden politischen Fehlern keine Lehren, und ihre Rolle im Berliner Transportarbeiterstreik trug ein weiteres Mal dazu bei, die deutsche Arbeiterklasse ernstlich zu desorientieren. 1932 streikten kommunistisch beeinflusste Beschäftigte der Berliner Verkehrsbetriebe gegen die Lohnkürzungen der sozialdemokratischen Stadtregierung. Auf Anweisung von Goebbels unterstützten die Nationalsozialisten den Streik und schlossen ein Bündnis mit der KPD, das Straßenbahnen blockierte und Gleiskörper zerstörte. Bei Spendensammlungen für den Streik standen Kommunisten und Nationalsozialisten Seite an Seite mit der Sammeldose auf der Straße.
Irgendwo habe ich neulich mal eine größere Geschichte über diesen Streik gesehen. Weiß irgendjemand, wo so was gestanden hat?

Na ja, und so politisch wie damals dürfte es morgen in der Hauptstadt nicht abgehen.

8
Jan
2008

Lasst die Frauen zuhause

Na, ist ja klar, dass Sarko seine Freundin nicht mitnehmen darf, wenn er zu den Saudis fährt. Weil ja im dortigen Königreich nicht miteinander verheiratete oder verwandte Männer und Frauen nicht zusammen sein dürfen. Ich frage mich nur, ob dann demnächst den saudischen Prinzen auf Europabesuch jemand sagt, dass sie von ihren - in Saudiarabien legalen - vier Frauen nur eine mitbringen dürfen. Weil ja in Europa nur eine Ehefrau erlaubt ist.

16
Dez
2007

Am Ende des langen Marsches

Ein paar Jahrzehnte ist es her, da zogen sich Teile der damaligen Linken die Unterwanderstiefel an und machten sich auf den langen Marsch durch die Institutionen. (Trotz aller Sympathie: so viel Spott mus sein.)

Angekommen sind sie... zum Beispiel in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Die hat heute in ihren kleinen vermischten Politiknachrichten (Kleine Brötchen) eine Kurzmeldung über die Tantiemen, die bislang für die Mao-Bibel Die Worte des Vorsitzenden Mao Tsetung angefallen sind. So weit so nett. Natürlich ist diese Meldung bebildert, nämlich mit einem Foto des Kleinen Roten Buches.

Und was steht als Fotohinweis unter dem Bild?

Foto privat

Hihi. Was die Leute alles noch im Bücherregal haben...

5
Dez
2007

Boah, ey, im Beirat!

Lustige Neuigkeiten aus der Bloggerei Polit-Szene: Sascha Lobo, genau, der mit dem roten Irokesen, ist jetzt Beirat. Genauer: Online-Beirat. Bei der SPD. Hat ihr Generalsekretär Hubertus Heil heute gesagt (auf der SPD-Webseite steht's noch nicht.)

(Wer hatte noch mal in seinem Blog das Foto von Sascha mit dem SPD-vorsitzenden Kurt Beck beim Sommerfest des Vorwärts? Jetzt wissen wir wenigstens warum...)

Nachtrag 1: Sehe jetzt im Infomaterial der SPD, dass Sascha Lobe auch in der Jury des Videowettbewerbs sitzt (nehme an, es ist der gleiche, obwohl bei der ersten Funktion Blogger und bei der zweiten Autor des Buches: Wir nennen es Arbeit steht?).


Nachtrag 2 - Kurtis Videoblog:

26
Sep
2007

Genie und...

Dieser Mehdorn ist schon ein Genie. Während alles für den Börsengang eingefädelt und ein Streik abgewendet werden muss, erhöht er mal eben die Preise. Das wird sicherlich diejenigen in der SPD und in den Ländern, die die Bahn-Privatisierung ohnehin mit Grausen sehen, so richtig auf seine Seite bringen. Ist eben ein Siegertyp.

27
Jun
2007

Bigger than life

Ich bin, das gestehe ich, ein großer Tom-Clancy-Fan. ja, er ist ein Redneck, ein Chauvinist, eher einer von der Sorte unangenehmer Amerikaner. Und ein Militarist. Und überhaupt.

Aber er schreibt sehr, sehr spannend. Und nicht nur das: Er nimmt Zeitströmungen auf, Entwicklungen. Und macht daraus einen Romanstoff, der es einem kalt den Rücken runter laufen lässt, wenn man darüber nachdenkt, was wäre, wenn das Wirklichkeit wäre.

Moment. Wenn das Wirklichkeit wäre?

In Debt of honour geht's um einen Krieg Japans gegen die USA. Und der Roman endet damit, dass ein japanischer Pilot einen Jumbo-Jet auf das Kapitol steuert und alles in die Luft jagt. Genial ausgedacht, Fiction halt. Schien es. Bis zum 11. September.

Deshalb irritierte mich heute ein Bericht in der International Herald Tribune, in dem es darum geht, dass angeblich chinesische Reifenhersteller defekte Reifen in die USA geliefert haben. Was dort zu diversen tödlichen Unfällen geführt haben soll.

Da lief es mir wieder kalt den Rücken runter. Weil mir wieder einfiel, wie Debt of Honour begann: Mit der Lieferung von defekten japanischen Autoteilen in die USA. Was dort zu diversen tödlichen Unfällen führte.

So viel zu den heutigen Verschwörungstheorien. Lieber weiter zum Wetter.

7
Jun
2007

Das Schweigen der.....

Die Wasserwerfer sind auch still im Moment, erzählt die Moderatorin von n-tv gerade.

So viel Gipfel-Poesie. Ich bin sprachlos. (Das soll's dann aber auch sein zum Thema G8 hier.)

19
Jan
2007

Der gläserne Globetrotter

Und wieder muss ich etwas gestehen: Zu den Dingen, für die ich eine Schwäche habe, gehört das, was sich neudeutsch Outdoor Equipment nennt. Gore XCR, neckische LED-Lampen, superschnelltrockende Trekking-Klamotten... da hab' ich ziemlichen Spaß dran.

Bislang habe ich so was auch immer gerne im, wie ich glaubte, Laden meines Vertrauens gekauft. Sicherlich einer der größeren in Deutschland, mit diversen Filialen in diversen größeren Städten, gutem Angebot, schnellem Versandservice. Und mit der Kundenkarte dieses Ladens gab's auch noch ein paar Prozent Rabatt.

Tja, Kundenkarte. Das ist der Haken.

Heute kam eine neue. Es gibt nun nicht mehr paar Prozent Rabatt - sondern zehn. Aber immer halbjährlich als Gutschein. Na meinetwegen.

Doch das ist nicht alles. Mit der neuen Kundenkarte aktiviert der treudoofe Kunde ein Konto bei diesem Laden, alles natürlich online. Und da kann man Sachen nachgucken...

Zum Beispiel, mit welcher IP-Kennung man zuletzt eingeloggt war. Oder, noch viel netter, sämtliche Rechnungen seit Februar 2004. Alles säuberlich aufgelistet.

Ich glaube, die gesetzliche Vorschrift zur Vorratsdatenspeicherung ist gar nicht nötig. Und der Protest dagegen für'n Arsch. So lange selbst Unternehmen, die sich so nett und lässig geben, in einem Umfang speichern, dass mir übel wird.

Warum müssen die seit fast drei Jahren detailliert abrufbar aufheben, was ich wann und wo, in welcher Filiale oder per Versand, bei denen gekauft habe? Nebenbei steht auf dem online abrufbaren Beleg auch, ob und mit welcher Karte ich bezahlt habe...

Von Datenvermeidung haben die Jungs nie was gehört. Oder wollen es nicht. Vielleicht glauben sie ja, irgendwo was gut zu haben, falls sie mitteilen können, wenn sich paar verdächtige Leute mit Migrationshintergrund Klamotten gekauft haben, die für irgendein asiatisches Land taugen, wo es gelegentlich Verdächtige geben soll, die einen Guerillakrieg gegen einen Verbündeten führen. Oder ähnliches. Ist ja eine unerschöpfliche Fundgrube. Genügend Ideen gibt es ja schon.

Ich glaube, da muss ich nicht mehr hin. Und wenn doch... wird bar bezahlt. Ohne Pseudo-Rabatt.

(Ich nenne mal nicht den Namen dieses Ladens. Wer die hübsche Kundenkarte zugeschickt bekommen hat, wird schon wissen, wen ich meine.)

25
Dez
2006

Der doppelte Bischof

Na, das ist doch eine rechte Position eines Kirchenmannes:

Jeder Verantwortliche in Regierung und Parlament, der nicht für den uneingeschränkten Schutz des Lebens eintritt, muss wissen, dass er nicht länger auf die Unterstützung von Christen bauen kann.

Das stammt, natürlich, aus einer Weihnachtspredigt. Von Walter Mixa, Bischof von Ausgsburg. Der, übrigens, auch katholischer Militärbischof der Bundeswehr ist.

Da bin ich aber gespannt, was die deutschen Soldaten im Einsatz, sagen wir mal in Afghanistan, sagen. Wenn ihre Patrouille unter Beschuss gerät und sie sich dann an die Worte ihres Bischofs erinnern, vom "uneingeschränkten Schutz des Lebens", wenn sie ihr G36 durchladen, um zurückzuschiessen. Da wird ihnen einfallen, dass sie wohl nicht länger auf die Unterstützung von Christen bauen können.

Aber das meinte der Bischof ja nicht. Der meinte das Recht auf Abtreibung. Kann ja nur einem protestantischen Ketzer wie mir passieren, das durcheinanderzubringen.

19
Dez
2006

Proletarier aller Länder....

Die (Rasier)Soap-Opera um den Arbeitslosen Henrico F. und SPD-Chef Kurt Beck ist ja ein nettes vorweihnachtliches Medienereignis. Für die einen, die so schön altmodisch die Mehrheit der billig und gerecht denkenden genannt werden. Für die Betroffenen, also die Arbeitslosen, dagegen ein ziemliches Ärgernis.

Als wäre das alles nicht schlimm genug, setzen die neuen Vertreter des neuen Proletariats noch eins drauf:

Pressemitteilung des Erwerbslosen Forum Deutschland
Parteilose Wählergruppe Gelsenkrichen
Distanzierung von Henrico F.’s Terminabsage und das Verhalten der PR-Managerin Brigitte Vallenthin

Offener Brief und Kritik an Brigitte Vallenthin, PR-Managerin von Hendric F.


Sehr geehrte Frau Brigitte Vallenthin,

wir, die Unterzeichner, möchten Ihnen unser Bedauern ausdrücken, dass sie es verpasst haben, im Sinne des Themas Erwerbslosigkeit zu
agieren. Stattdessen haben Sie Klischees und deren Erzeuger aufleben lassen. Ein Kurt Beck hat nun mal jetzt gewonnen und Sie hätten
es in der Hand gehabt, dass er nicht gewinnt. Sie haben somit leider auch viel für Ihre Hartz IV-Plattform verloren. Dabei hätten
Sie nur gewinnen können.

So „tollpatschig“ sich Ihr „Betreuter“(?) anfangs angestellt hat, hat sich auch Kurt Beck angestellt. Dies hätte man ausnutzen
können und Beck in die Ecke stellen können, er versucht auf die Schnelle etwas zu vertuschen und will Gras drüber wachsen lassen.
Sicher war es wichtig, Henrico F. etwas vor der Presse zu schützen und zu beraten. Nur dafür sollte man es können und sollte auf
jeden fall etwas von Krisen-PR verstehen. Das Kurt Beck als Ministerpräsident und SPD-Vorsitzender Kontakte hat und deshalb in der
Lage ist, einen Job zu vermitteln, liegt auf der Hand. Warum man dann einen Termin und auch den Alternativtermin nicht wahrnimmt,
entzieht sich unserem Verständnis. Man hätte einen der Termine wahrnehmen müssen und gegenüber der Öffentlichkeit dennoch die eigene
Sichtweise darstellen können. Damit hätten Sie viel für die Hartz IV-Plattform tun können. Auch hier muss die Frage gestellt werden,
in welcher Position man sich befindet. Als erfahrene Pressereferentin, wie Sie sich selbst bezeichnen, hätten sie bestimmte
Meinungsbildner einschätzen können müssen. Sie hätten auch wissen können, dass sich Kurt Beck dieser Sache bedient.

Noch schlimmer empfinden wir es, dass Sie als Pressereferentin für jemanden einzelnen auftreten. Hier ist u. E. der Bogen völlig
überspannt. Jemanden beizustehen ist etwas anderes, wie sich eine ähnliche Funktion aufzuerlegen, die der SPD-Chef hat. Hier stimmen
auch die Verhältnisse nicht mehr. Ihre Aufgabe wäre es gewesen, Henrico F. und seine tragische Position aus der Schusslinie zu holen
und die Themen Erwerbslosigkeit, Sozialabbau, Repressionen gegen Erwerbslose und das Versagen der neoliberalen Sozial- und
Wirtschaftspolitik medienkompetent zu transportieren. Antworten auf diese Fragen kann Kurt Beck genauso wenig geben, wie es Franz
Müntefering kann, der auch sofort – wie ich vor 12 Tagen erlebt habe – das Klischee des tätowierten Erwerbslosen herausholt, der mit
3 Schäferhunden in der Arbeitsagentur auftaucht - und warum Erwerbstätige für solche Menschen tätig sein sollen. Leider entsteht
jetzt ein ähnlicher Eindruck und dies macht die Aktion am 2. Januar sehr viel schwerer. Dies hätten Sie durch gezielte PR verhindern
können, bzw. die PR auf unsere Seite bringen können.
(...)

(auszugsweise zitiert)

Um in veralteter Sprache eines veralteten Proletariats zu reden: Die Expropriateure lachen sich ins Fäustchen.
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