Arbeiten, wo andere Urlaub machen...
Um halb neun kommt Hans Eichel zum Frühstück. Natürlich ist es nicht der deutsche Finanzminister; der Bedauernswerte sieht nur so aus, wie ich mir Hans Eichel in einem Urlauberhotel unter südlicher Sonne vorstellen würde. Kurze Hose in beige. Ein schlabberiges T-Shirt. Und, natürlich, weiße Socken in Sandalen.
Wo bin ich? Die Sekretärin hatte schon so breit gegrinst, als sie mir den Flug buchte. Urlaub? Keineswegs, antwortete ich tapfer. Arbeit.
Nun kommt es ja nicht so oft vor, dass einen Arbeit an Orte ruft, die gemeinhin nur in Urlaubskatalogen zu finden sind. Sonne, Strand, wasweißich. Aber was kann ich dafür, dass der Job mich an diesen Ort weit im Süden rief, wo heiße Tage und milde Nächte das mitteleuropäische Grau verdrängen?
Beim Abflug war ich deshalb auch verdammt guter Laune. Sonne, ich komme.
Bei der Landung war ich verdammt guter Laune. Sonnenbrille auf. Weiche Wärme auf der Haut spüren. Ach, was ist das Leben schön.
Und dann checkte ich ein.
Nun ist so ein Urlaubshotel ja nicht unbedingt schlecht, wenn man dem tristen Alltag entfliehen will.
Falls der triste Alltag nicht gleich mitgekommen ist.
Rund um einen, nein zwei riesige nierenförmige Pools gruppierten sich hunderte von lustigen blauen Liegen. Der Geräuschpegel, in db(A) gemessen, hätte sofort die Gewerbeaufsicht auf den Plan gerufen. Unbeeindruckt von den schreienden Blagen genossen viele viele Engländer und viele Deutsche das Brutzeln. Verbrennungen sah ich jeden Grades – und fragte mich insgeheim, ob das dann – bei den Engländern - auch „well done“ heißt. Ich sollte einen internationalen Arzt meines Vertrauens fragen.
Schön war allerdings, dass es auch Alternativen zu den beigefarbenen kurzen Hosen gab. Zum Beispiel türkisfarbene Tops, gerne drei Nummern zu klein gekauft. Oder die Bermuda-Badehose in schwarz-rot-gold, nur keinen Zweifel aufkommen lassen, welcher Nationalität der Träger ist – er sah nämlich nicht sehr deutsch aus.
Beruhigend, wenn man den ganzen Tag arbeiten darf und das Elend nicht ertragen muss. Und dann den Absacker an der Bar nehmen will (immerhin hatten sie meinen Lieblings-Gin...). In Ruhe, wenn möglich.
Nicht möglich. Jeden Abend ein fetziges Programm, das war den Hotelbetreibern eine Verpflichtung. Zum Beispiel die Suche nach dem idealen Paar. Schwitzend präsentierten sich ... ach, ich lasse es. Reicht, wenn ich erwähne, dass am Schluss noch der Mini-Club mit lautstarker Tanzmusik die Kleinen ins Bett schickte. Ein Familienhotel halt.
Deshalb ging auch pünktlich eine Viertelstunde vor Mitternacht in der Bar das Licht an. Aufräumen. Gucken, ob es wirklich die eigene Frau ist, die man da im Arm hält. Und dann huschhusch ins Körbchen.
(Dazu passte das Fernsehprogramm – auf den ersten vier Tasten lagen ARDZDFSAT1RTL. Und so kam ich wenigstens in den Genuß einer Star Trek-Szene, in der der Kommandant der Enterprise eine Uhr als Geschenk erhält: „Sie zeigt das genaue Zeitalter des Universums an.“ Danke, hätte ich auch gerne.)
Warscheinlich bin ich nur so griesgrämig, weil mich noch nicht mal die gutaussehenden Frauen da weiter beachtet haben. Nur die Rezeptionistin schenkte mir beim Auschecken ein bezauberndes Lächeln.
Aber sie war ja nicht auf Urlaub. Und auch nicht aus diesem Land...
(Ach so: ja, ich bin arrogant. Manchmal. Braucht ihr mir also nicht mehr zu sagen.)
Wo bin ich? Die Sekretärin hatte schon so breit gegrinst, als sie mir den Flug buchte. Urlaub? Keineswegs, antwortete ich tapfer. Arbeit.
Nun kommt es ja nicht so oft vor, dass einen Arbeit an Orte ruft, die gemeinhin nur in Urlaubskatalogen zu finden sind. Sonne, Strand, wasweißich. Aber was kann ich dafür, dass der Job mich an diesen Ort weit im Süden rief, wo heiße Tage und milde Nächte das mitteleuropäische Grau verdrängen?
Beim Abflug war ich deshalb auch verdammt guter Laune. Sonne, ich komme.
Bei der Landung war ich verdammt guter Laune. Sonnenbrille auf. Weiche Wärme auf der Haut spüren. Ach, was ist das Leben schön.
Und dann checkte ich ein.
Nun ist so ein Urlaubshotel ja nicht unbedingt schlecht, wenn man dem tristen Alltag entfliehen will.
Falls der triste Alltag nicht gleich mitgekommen ist.
Rund um einen, nein zwei riesige nierenförmige Pools gruppierten sich hunderte von lustigen blauen Liegen. Der Geräuschpegel, in db(A) gemessen, hätte sofort die Gewerbeaufsicht auf den Plan gerufen. Unbeeindruckt von den schreienden Blagen genossen viele viele Engländer und viele Deutsche das Brutzeln. Verbrennungen sah ich jeden Grades – und fragte mich insgeheim, ob das dann – bei den Engländern - auch „well done“ heißt. Ich sollte einen internationalen Arzt meines Vertrauens fragen.
Schön war allerdings, dass es auch Alternativen zu den beigefarbenen kurzen Hosen gab. Zum Beispiel türkisfarbene Tops, gerne drei Nummern zu klein gekauft. Oder die Bermuda-Badehose in schwarz-rot-gold, nur keinen Zweifel aufkommen lassen, welcher Nationalität der Träger ist – er sah nämlich nicht sehr deutsch aus.
Beruhigend, wenn man den ganzen Tag arbeiten darf und das Elend nicht ertragen muss. Und dann den Absacker an der Bar nehmen will (immerhin hatten sie meinen Lieblings-Gin...). In Ruhe, wenn möglich.
Nicht möglich. Jeden Abend ein fetziges Programm, das war den Hotelbetreibern eine Verpflichtung. Zum Beispiel die Suche nach dem idealen Paar. Schwitzend präsentierten sich ... ach, ich lasse es. Reicht, wenn ich erwähne, dass am Schluss noch der Mini-Club mit lautstarker Tanzmusik die Kleinen ins Bett schickte. Ein Familienhotel halt.
Deshalb ging auch pünktlich eine Viertelstunde vor Mitternacht in der Bar das Licht an. Aufräumen. Gucken, ob es wirklich die eigene Frau ist, die man da im Arm hält. Und dann huschhusch ins Körbchen.
(Dazu passte das Fernsehprogramm – auf den ersten vier Tasten lagen ARDZDFSAT1RTL. Und so kam ich wenigstens in den Genuß einer Star Trek-Szene, in der der Kommandant der Enterprise eine Uhr als Geschenk erhält: „Sie zeigt das genaue Zeitalter des Universums an.“ Danke, hätte ich auch gerne.)
Warscheinlich bin ich nur so griesgrämig, weil mich noch nicht mal die gutaussehenden Frauen da weiter beachtet haben. Nur die Rezeptionistin schenkte mir beim Auschecken ein bezauberndes Lächeln.
Aber sie war ja nicht auf Urlaub. Und auch nicht aus diesem Land...
(Ach so: ja, ich bin arrogant. Manchmal. Braucht ihr mir also nicht mehr zu sagen.)
40something - 13. Apr, 16:02
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