Es gibt dieses Bad, ich weiss es. Oder besser, ich weiss, dass es das gab. Ein Bad wie vor 80 Jahren. Feinster Jugendstil, die Ornamente liebevoll in Mosaiken ausgeführt. Viel Holz, dunkel und doch voller Leichtigkeit. Ich muss dort gewesen sein, vor langer Zeit, als solche Bäder nicht Badeanstalten waren, nicht Beton und 70er-Jahre-Kacheln die Optik dominierten, als Schwimmen noch Vergnügen war und nicht Teil des Fitnessprogramms.
Dieses Bad suche ich, und ich möchte mit Dir dort hin. Wir spielen ein Spiel im Spiel. Wir kennen uns nicht, und doch finden sich unsere Blicke, als wir unsere Bahnen ziehen, über den dunkelblauen Mosaiksteinen, die auf dem Grund des Becken schimmern. Ich kann meine Augen nicht von Dir lassen, von der Frau im Badeanzug, der auf den ersten Blick so züchtig wirkt und bei näherer Betrachtung doch so viel von Dir verrät. Von Deinen Brüsten, Deiner weichen, glatten Haut, auch von der Stelle, wo ein schmaler Stoffstreifen das Dreieck zwischen Deinen Schenkeln verrät.
Wir ziehen Bahn um Bahn, kommen uns näher, entfernen uns voneinander. Um irgendwann, wie auf Kommando gleichzeitig, das Becken zu verlassen. Nach unseren Handtüchern zu greifen, die Tropfen von der Haut zu frottieren. Und uns dabei immer wieder Blicke zuzuwerfen. Die Blicke schweifen lassen, zur anderen Seite des Beckens, wo die Umkleidekabinen stehen. Holztüren, die erst in Kniehöhe beginnen. Jugenstil-Ornamente in den kleinen Fenstern, die jede dieser Kabinen in Kopfhöhe hat, damit erkennbar ist, ob sie belegt ist.
Wie zufällig steuern wir beide auf diese Kabinen zu, von verschiedenen Seiten. Mit einem verschwörerischen Grinsen verschwinden wir in der gleichen Kabine, hoffend, dass das niemand bemerkt hat. Wir wissen, dass bei genauerem Hinsehen von außen klar ist, dass nicht nur ein Mensch in dieser Kabine steckt, dass ein genauerer Blick durch das kleine Fenster offenbart, dass Du und ich gemeinsam hinter dieser Holztür stecken.
Doch genau das ist es, was wir wollen. Sanft streife ich die Träger Deines Badeanzugs von Deinen sanft gebräunten Schultern, langsam rolle ich den feuchten Stoff hinab. Entblöße Deine Brüste, die Du mir entgegenreckst. Lasse meine Zunge um Deine Nippel kreisen, genieße Dein Stöhnen. Schiebe den Badeanzug weiter hinab, bis er klatschend zu Boden fällt und Du heraussteigst. Du greifst in meine Badehose, schiebst sie über die Härte, die meine Erregung signalisiert, bis auch sie hinabrutscht.
Nein, wir wissen nicht, ob jemand weiss... Aber das erregt Dich, ich sehe es in Deinen Augen, an Deinen harten Nippeln. Und mich erregt es auch. Sanft küsse ich Dich, massiere dabei Deine Brüste, spiele an ihrer Spitze mit meinen Fingern.
Draußen klatschende Füße auf den nassen Fliesen, vorbei. Wild stösst Du mich ein Stück zurück, um Dich fließend umzudrehen. Dich vornüberzubeugen, Deine Hände auf das schmale Brett zu stützen, auf dem der Umkleidende seine Kleidung ablegen kann. Dein runder Po drängt sich mir entgegen, meine Härte trifft Deine Feuchtigkeit, dringt in Dich ein. Vorsichtig beginnen wir uns zu bewegen. Stocken, als die Nachbarkabine belegt wird, wir die Gespräche der Badenden über mehrere Kabinen hinweg hören.
Du nimmst die Bewegung wieder auf, zwingst mich in Deinen Rhythmus. Schneller. Fordernder. Unser Keuchen unterdrücken wir, beide. Stoppen erneut, als das platschende Geräusch nasser Füsse direkt von unserer Holztür aufhört. Wagen kaum zu atmen. Kommen wieder in Bewegung, als die platschenden Schritte ihren Weg fortsetzen. Dein weit geöffneter Mund, aus dem jetzt aber kein Ton kommt. Mein schwerer Atem, den ich versuche so leise wie möglich zu machen. Unsere gemeinsame Lust, die ihren Höhepunkt erreicht, und doch lautlos über uns zusammenschwappt.
Als wir trockengerieben und bekleidet die Kabine zur anderen Seite verlassen, platscht wieder jemand vorbei. Lächelt uns sehr direkt an. Und wir rätseln noch lange, ob es nur ein freundlicher Mensch war.
Für die Anregung danke ich Herrn Bettgeflüster.