Paralleluniversum
Jeder Science-Fiction-Leser kennt sie, die Paralleluniversen. Ganze Welten, fast genau so wie die eigene, nur ein klein bisschen anders, bisweilen kaum unterscheidbar, bisweilen mit einer völlig anderen Historie. Wo Deutschland den Zweiten Weltkrieg gewonnen hat, oder wo auch nur das Alphabet auffällt, weil der Buchstabe J fehlt.
Aber das ist nicht nur Science Fiction. Das ist Realität. Wer in diesen Tagen durch Berlin läuft, sieht es, das Paralleluniversum. Vielleicht.
Heute nachmittag am Brandenburger Tor: Touristen, wie immer. Die Digitalkamera am ausgestreckten Arm, kaffeetrinkend in den Lokalen am Pariser Platz oder, ein Stück weiter, Unter den Linden. Letzte Sonnenstrahlen. Anstehen vor dem Reichstag, für die Fahrt hinauf in die Kuppel.
Sollten sie nach stundenlangem Anstehen endlich hinaufgekommen sein, werden sie kaum gesehen haben, was ein Stockwerk unter ihnen passierte. Wo der künftig wahrscheinlich mächtigste Mann Deutschlands, Vizekanzler, Parteivorsitzender, seiner Fraktion erzählte, was er beschlossen hat. Statt dessen genossen sie den sonnigen Ausblick über die Stadt.
Oder, in der zum Touri-Bus mutierten Linie 100, entlang des Konrad-Adenauer-Hauses, wo die künftige Kanzlerin bislang residiert. Oder bei einer Schiffahrt auf der Spree, vorbei am Elisabeth-Marie-Lüders-Haus, wo am Abend der Fraktionsvorstand der Union überlegte, wie denn nun auf die Kabinettsvorschläge der anderen Seite zu reagieren sei.
Schnittstellen der beiden Paralleluniversen sind selten. Vielleicht im Cafe E*instein Unter den Linden, wo zur Torte ein prominenter Politiker vorbeikommt. Oder auf dem Weg entlang der Spree, wenn ein anderer Spitzenpolitiker ins ARD-Studio zum Interview eilt.
Eigentlich treffen sich die beiden Welten nur virtuell. Abends, wenn die zum Interview geeilten Politiker in der Tagesschau auftreten. Guck mal, sagt dann der Berlin-Tourist zu seiner Frau. Den haben wir doch heute gesehen, da an der Spree. Der sieht im Fernsehen genau so aus.
Aber das ist nicht nur Science Fiction. Das ist Realität. Wer in diesen Tagen durch Berlin läuft, sieht es, das Paralleluniversum. Vielleicht.
Heute nachmittag am Brandenburger Tor: Touristen, wie immer. Die Digitalkamera am ausgestreckten Arm, kaffeetrinkend in den Lokalen am Pariser Platz oder, ein Stück weiter, Unter den Linden. Letzte Sonnenstrahlen. Anstehen vor dem Reichstag, für die Fahrt hinauf in die Kuppel.
Sollten sie nach stundenlangem Anstehen endlich hinaufgekommen sein, werden sie kaum gesehen haben, was ein Stockwerk unter ihnen passierte. Wo der künftig wahrscheinlich mächtigste Mann Deutschlands, Vizekanzler, Parteivorsitzender, seiner Fraktion erzählte, was er beschlossen hat. Statt dessen genossen sie den sonnigen Ausblick über die Stadt.
Oder, in der zum Touri-Bus mutierten Linie 100, entlang des Konrad-Adenauer-Hauses, wo die künftige Kanzlerin bislang residiert. Oder bei einer Schiffahrt auf der Spree, vorbei am Elisabeth-Marie-Lüders-Haus, wo am Abend der Fraktionsvorstand der Union überlegte, wie denn nun auf die Kabinettsvorschläge der anderen Seite zu reagieren sei.
Schnittstellen der beiden Paralleluniversen sind selten. Vielleicht im Cafe E*instein Unter den Linden, wo zur Torte ein prominenter Politiker vorbeikommt. Oder auf dem Weg entlang der Spree, wenn ein anderer Spitzenpolitiker ins ARD-Studio zum Interview eilt.
Eigentlich treffen sich die beiden Welten nur virtuell. Abends, wenn die zum Interview geeilten Politiker in der Tagesschau auftreten. Guck mal, sagt dann der Berlin-Tourist zu seiner Frau. Den haben wir doch heute gesehen, da an der Spree. Der sieht im Fernsehen genau so aus.
40something - 13. Okt, 22:57
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