Reif für die Folter?
Aufgeregte Debatte über den neuen Bundesinnenminister und seine Überlegungen, ob Erkenntnisse, die vielleicht nicht ganz sauber gewonnen wurden, von deutschen Sicherheitsbehörden verwendet werden dürfen.
Wie schön. Eine politische Debatte.
Derweil, zur besten Sendezeit: Ein Tatort, Plot eher mau: Zwei wohlhabende Tunichtgute ermorden quasi aus Spaß eine junge Frau. Vater des Opfer heftet sich an die Spuren der beiden, weil die Polizei nach seiner Meinung nicht genug tut.
Und dann das furiose Finale, Opfer-Vater schlägt einen der Täter fast tot, Polizei kommt gerade noch rechtzeitig, den Halbtoten als Tatverdächtigen festnehmen zu können, nachdem sie den anderen mal eben aus seinem Wagen gezerrt und im Polizeiauto angekettet haben. Vater wird mit mahnenden Worten nach Hause geschickt.
Mal überschlägig: Freiheitsberaubung, Beihilfe zu schwerer Körperverletzung, Strafvereitelung im Amt. Juristen würden sicherlich noch ein paar Dienstvergehen entdecken.
Vor allem aber: Den Verdächtigen halbtot schlagen, damit er gesteht, darf die Polizei natürlich nicht. Wie praktisch, wenn das ein anderer erledigt. Geht ja um Mord.
Wie gesagt: Zur besten Sendezeit. Und wahrscheinlich mit mehr interessierten Zuschauern als jede politische Meldung in der Tagesschau. Wenn Fiktion den gesellschaftlichen Entwicklungen vorauseilt oder sie auch nur begleitet, kann einem Angst und Bange werden.
Wie schön. Eine politische Debatte.
Derweil, zur besten Sendezeit: Ein Tatort, Plot eher mau: Zwei wohlhabende Tunichtgute ermorden quasi aus Spaß eine junge Frau. Vater des Opfer heftet sich an die Spuren der beiden, weil die Polizei nach seiner Meinung nicht genug tut.
Und dann das furiose Finale, Opfer-Vater schlägt einen der Täter fast tot, Polizei kommt gerade noch rechtzeitig, den Halbtoten als Tatverdächtigen festnehmen zu können, nachdem sie den anderen mal eben aus seinem Wagen gezerrt und im Polizeiauto angekettet haben. Vater wird mit mahnenden Worten nach Hause geschickt.
Mal überschlägig: Freiheitsberaubung, Beihilfe zu schwerer Körperverletzung, Strafvereitelung im Amt. Juristen würden sicherlich noch ein paar Dienstvergehen entdecken.
Vor allem aber: Den Verdächtigen halbtot schlagen, damit er gesteht, darf die Polizei natürlich nicht. Wie praktisch, wenn das ein anderer erledigt. Geht ja um Mord.
Wie gesagt: Zur besten Sendezeit. Und wahrscheinlich mit mehr interessierten Zuschauern als jede politische Meldung in der Tagesschau. Wenn Fiktion den gesellschaftlichen Entwicklungen vorauseilt oder sie auch nur begleitet, kann einem Angst und Bange werden.
40something - 18. Dez, 22:00
4 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks - 491 mal gelesen
saoirse - 18. Dez, 23:03
na ja und während des tatorts wurde ja auch susanne osthoff freigelassen. konnten die damit nicht bis weihnachten zu den tagesthemen warten?
40something - 19. Dez, 09:01
?? Die Freilassung wurde schon vor der Tagesschau bekannt. Für ungetrübten Tatort-Genuss.
saoirse - 19. Dez, 11:40
stimmt. es war die lindenstraße, bei der es eingeblendet wurde. sonst hätte ich es ja auch nicht gesehen, beim tatort habe ich nämlich gleich weggeschaltet.
Bettgeflüster - 19. Dez, 10:22
aber ist das nicht schön zu wissen, dass selbst die fiktion von der realität eingeholt werden kann... du bist das ist deutschland!
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