Da freut sich der Staatsanwalt
So so, wir wollen alle das Web 2.0. Lese ich heute wieder in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (Link leider nicht, weil Zugang nur für Abonnenten). Wir bringen uns ein, wir sind alle partizipatorisch, interagierend, was weiss ich.
Und, wie schön, wir können alle unsere Aufgaben und Software ins Web verlagern. Freiheit vom Einzelplatz-PC! Wo auch immer wir eine Netzanbindung haben, stehen uns alle Daten zur Verfügung.
Nicht nur uns.
(Nein, das Problem, dass sich jemand da reinhackt und tiefschürfende Essays klaut, lasse ich diesmal außen vor.)
Viel interessanter finde ich, dass sich der Staatsanwalt gar nicht mehr die Mühe machen muss, persönlich vorbeizukommen und einen Computer zu beschlagnahmen. Wg. schwerwiegender Straftaten wie Schmähkritik bei Bloggern, die soll es ja geben. Oder bei Journalisten, weil die zur Aufdeckung eines Missstands aus einem vertraulichen - Nur für den Dienstgebrauch - Papier einer Behörde zitiert haben. Das kann der Staat sich natürlich nicht bieten lassen.
Künftig lassen sich da spektakuläre Razzien ganz einfach vermeiden - das bei dem ZEIT-Mitarbeiter kam ja in der Öffentlichkeit nicht so gut. Einfach mal die im Web gespeicherten Daten, am besten inklusive Adressbuch und Terminkalender, abgreifen. Liegt doch alles da rum.
Und wer nutzt schon Verschlüsselungsprogramme? (Wenn das viele täten, wären die längst illegal...)
Und, wie schön, wir können alle unsere Aufgaben und Software ins Web verlagern. Freiheit vom Einzelplatz-PC! Wo auch immer wir eine Netzanbindung haben, stehen uns alle Daten zur Verfügung.
Nicht nur uns.
(Nein, das Problem, dass sich jemand da reinhackt und tiefschürfende Essays klaut, lasse ich diesmal außen vor.)
Viel interessanter finde ich, dass sich der Staatsanwalt gar nicht mehr die Mühe machen muss, persönlich vorbeizukommen und einen Computer zu beschlagnahmen. Wg. schwerwiegender Straftaten wie Schmähkritik bei Bloggern, die soll es ja geben. Oder bei Journalisten, weil die zur Aufdeckung eines Missstands aus einem vertraulichen - Nur für den Dienstgebrauch - Papier einer Behörde zitiert haben. Das kann der Staat sich natürlich nicht bieten lassen.
Künftig lassen sich da spektakuläre Razzien ganz einfach vermeiden - das bei dem ZEIT-Mitarbeiter kam ja in der Öffentlichkeit nicht so gut. Einfach mal die im Web gespeicherten Daten, am besten inklusive Adressbuch und Terminkalender, abgreifen. Liegt doch alles da rum.
Und wer nutzt schon Verschlüsselungsprogramme? (Wenn das viele täten, wären die längst illegal...)
40something - 27. Mär, 00:29
4 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks - 426 mal gelesen
kirjoittaessani - 27. Mär, 02:30
Oh ja, ganz trauriges Thema, in jeder Hinsicht. Vorratsdatenspeicherung ist ja auch eine praktische Sache, da kann man dann gleich nachsehen, wer dem Journalisten in letzter Zeit gemailt hat; verschlüsseln sollen die Leute ruhig, Absender und Empfänger werden ja trotzdem gespeichert.
Andererseits: wenn auf einer Mailingliste, deren Thema Systemsicherheit ist, nur eine Minderheit der Teilnehmer die eigenen Mails kryptographisch signiert, dann man wohl kaum davon ausgehen, daß weniger bedarfte Anwender großes Interesse an Verschlüsselung hätten.
Andererseits: wenn auf einer Mailingliste, deren Thema Systemsicherheit ist, nur eine Minderheit der Teilnehmer die eigenen Mails kryptographisch signiert, dann man wohl kaum davon ausgehen, daß weniger bedarfte Anwender großes Interesse an Verschlüsselung hätten.
40something - 27. Mär, 12:59
Nachtrag
kirjoittaessani - 28. Mär, 02:40
Ich stelle mir gerade vor, daß der Name Fake es einem in der Geschäftswelt nicht unbedingt einfach macht.
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