Nähe
Er kam mir näher und lächelte. Er lächelte noch immer, als er mir zu nahe kam. Ein bisschen hilflos stand ich da, roch seinen schlechten Atem und hörte sein Geschwafel. Flucht kam nicht infrage. Ich war richtig erleichtert, als sein Handy klingelte und er sich zurückzog, um ungestört zu telefonieren.
Viel Neues tut sich in meinem beruflichen Umfeld, und viele Neue werden in Positionen gespült, wo sie für mich wichtig sein könnten. Nichts ungewöhnliches. Ungewöhnlich nur, wie viele dieser Neuen mit grundlegenden Dingen menschlichen Sozialverhaltens nicht umgehen können.
Sie kommen auf mich zu und ignorieren die Mindestdistanz, die jedes Säugetier als sozial verträglich betrachtet. Ein Meter Abstand ist ok, vielleicht ein wenig distanziert. 80 Zentimeter, wenn man in ein Gespräch vertieft ist. Bei Menschen, die ich gut kenne, ist auch ein halber Meter in Ordnung.
Doch grauenvoll sind diejenigen, die bei einem – wohlgemerkt beruflich bedingten – Gespräch diese unausgesprochenen sozialen Begrenzungen beiseite fegen. Die meinen, ihre Worte gewönnen an Gewicht, wenn sie mir gewichtig die Hand auf den Oberarm legen. Oder eben mir so nahe rücken, dass ich sie selbst dann verstehen würde, wenn sie flüsterten. Was sie natürlich nicht tun. Im Gegenteil.
Merkwürdigerweise sind es meistens Männer, selten Mittvierziger, häufiger Mittfünfziger, die auf solche Dinge keine Rücksicht nehmen. Bei mancher Frau hätte ich mir vielleicht gewünscht, dass sie den sozial verträglichen Mindestabstand unterschreite, natürlich auch nicht bei jeder. Oder anders ausgedrückt: Ausgerechnet diejenigen, bei denen ich am sorgfältigsten auf die bei normalem Sozialverhalten übliche Distanz achten würde, neigen am ehesten dazu, sie zu unterschreiten.
Ich bin keine Raubkatze. Die reagieren auf das Unterschreiten des Mindestabstands mit Angriff. Das kann ich mir leider nicht leisten.
Viel Neues tut sich in meinem beruflichen Umfeld, und viele Neue werden in Positionen gespült, wo sie für mich wichtig sein könnten. Nichts ungewöhnliches. Ungewöhnlich nur, wie viele dieser Neuen mit grundlegenden Dingen menschlichen Sozialverhaltens nicht umgehen können.
Sie kommen auf mich zu und ignorieren die Mindestdistanz, die jedes Säugetier als sozial verträglich betrachtet. Ein Meter Abstand ist ok, vielleicht ein wenig distanziert. 80 Zentimeter, wenn man in ein Gespräch vertieft ist. Bei Menschen, die ich gut kenne, ist auch ein halber Meter in Ordnung.
Doch grauenvoll sind diejenigen, die bei einem – wohlgemerkt beruflich bedingten – Gespräch diese unausgesprochenen sozialen Begrenzungen beiseite fegen. Die meinen, ihre Worte gewönnen an Gewicht, wenn sie mir gewichtig die Hand auf den Oberarm legen. Oder eben mir so nahe rücken, dass ich sie selbst dann verstehen würde, wenn sie flüsterten. Was sie natürlich nicht tun. Im Gegenteil.
Merkwürdigerweise sind es meistens Männer, selten Mittvierziger, häufiger Mittfünfziger, die auf solche Dinge keine Rücksicht nehmen. Bei mancher Frau hätte ich mir vielleicht gewünscht, dass sie den sozial verträglichen Mindestabstand unterschreite, natürlich auch nicht bei jeder. Oder anders ausgedrückt: Ausgerechnet diejenigen, bei denen ich am sorgfältigsten auf die bei normalem Sozialverhalten übliche Distanz achten würde, neigen am ehesten dazu, sie zu unterschreiten.
Ich bin keine Raubkatze. Die reagieren auf das Unterschreiten des Mindestabstands mit Angriff. Das kann ich mir leider nicht leisten.
40something - 19. Okt, 10:55
13 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks - 565 mal gelesen
goldfederchen - 19. Okt, 11:25
Furchtbar, man geht Schritt um Schritt zurück und der andere Mensch rückt immer nach. Ich reagiere dann nicht mit Angriff, weil es auch bei mir nicht geht, aber so oft es geht mit Flucht. Und brauch dann eine Weile, bis ich mich erholt habe.
Ich wünsch Dir trotzdem noch einen schönen Tag :-)
Ich wünsch Dir trotzdem noch einen schönen Tag :-)
Kratzbürste - 19. Okt, 11:42
Die Nachrücker sind wirklich gruslig. Man weicht ihnen aus, verschränkt die Arme vorm Körper, gibt nur noch knappe Antworten, ... und fühlt sich sichtlich unwohl. Bloß der andere merkt es nicht. Weil er die Signale nicht erkennt, die der andere sendet.
Da bin ich froh, wenn ich mich hinter meinen Tisch schieben kann.
Sehr unangenehm finde ich diese Eigenschaft aber auch bei sehr attraktiven Menschen. Dann weiß ich nicht mehr so recht, was ich mit mir anfangen soll.
Da bin ich froh, wenn ich mich hinter meinen Tisch schieben kann.
Sehr unangenehm finde ich diese Eigenschaft aber auch bei sehr attraktiven Menschen. Dann weiß ich nicht mehr so recht, was ich mit mir anfangen soll.
ranunkel - 19. Okt, 13:04
das mag ich auch überhaupt nicht...
beim anstellen an der kassa ist das auch furchtbar.
da gibt es menschen, die nicht verstehen, dass die kassiererin nicht schneller wird, wenn man eng an seinen vordermann rückt.
wenn man den atem des hintermanns im nacken spürt. da krieg ich eine gänsehaut. und nicht eine von der angenehmen sorte.
dann dreht man sich mal um, versucht etwas schief zu schauen um dem hintern zu vermitteln, er solle doch seine knie aus deiner kniekehle nehmen.
statt eines schrittes zurück bekommt man nur ein lächeln, dass man nicht haben will...
beim anstellen an der kassa ist das auch furchtbar.
da gibt es menschen, die nicht verstehen, dass die kassiererin nicht schneller wird, wenn man eng an seinen vordermann rückt.
wenn man den atem des hintermanns im nacken spürt. da krieg ich eine gänsehaut. und nicht eine von der angenehmen sorte.
dann dreht man sich mal um, versucht etwas schief zu schauen um dem hintern zu vermitteln, er solle doch seine knie aus deiner kniekehle nehmen.
statt eines schrittes zurück bekommt man nur ein lächeln, dass man nicht haben will...
Desideria - 19. Okt, 13:07
An der Kasse hilft bei Dränglern meist einen kräftigen Schritt "aus Versehen" zurücktreten.
Desideria - 19. Okt, 13:05
Oha ...
solche Menschen sind mir auf immer und ewig unsympathisch, auch wenn sie noch so vor Esprit sprühen.
Und wenn sie dann auch noch "anfassen" wollen, werde ich meist "handgreiflich". Furchtbar ...
Und wenn sie dann auch noch "anfassen" wollen, werde ich meist "handgreiflich". Furchtbar ...
Modeste - 19. Okt, 13:10
Das wäre doch mal hübsch - der Herr 40something, der einem näherrückenden Gegenüber auf einmal mit beiden zu Krallen gekrümmten Händen entgegenspringt und ihm die Kehle durchbeisst.
Bettgeflüster - 19. Okt, 13:23
kann ich auch nicht leiden sowas. meist sind das ja irgendwelche möchtegernwichtigs. der adlatus eines abgeordneten, der personal assistent eines managers. schlimm.
40something - 19. Okt, 14:37
Dummerweise wird der, der mir bei der Geschichte als Rollenmodell diente, demnächst wirklich wichtig...
Kirschrot - 19. Okt, 14:21
Grauenvoll. Ja. Ich weiche dann immer unwillkürlich zurück.
Und warum nur haben die immer alle so schlimmen Mundgeruch?
Und warum nur haben die immer alle so schlimmen Mundgeruch?
lotusblüte - 19. Okt, 17:54
Wenn mir jemand zu nahe kommt, sage ich dann: "Ich will nicht unhöflich sein, aber ich befürchte, wenn Sie mir so nahe kommen wie jetzt, stecken ich Sie mit meiner Bronchitis an. Und das würde ich mir nie verzeihen können " und danach einfach ein bißchen doller Husten und sich dabei umdrehen...
L-9 - 22. Okt, 15:42
Oh, ich kenne das.
Hab sogar mal eine rote Karte dagegen gezeichnet:

Hab sogar mal eine rote Karte dagegen gezeichnet:

40something - 22. Okt, 16:30
Ich trag ja selten Fliege. sonst sehr schön getroffen, incl. Bierbauch... ;-)
L-9 - 22. Okt, 17:53
Das bist ja auch nicht du. Die Karte ist 4 Jahre alt. Ich nenn so Typen immer Bauchreiber. Vor allem je höher einer in der Hierarchie ist, desto näher rücken die einem. Bei Frauen machen sie es aber nicht - Gottseidank.
Nachtrag, doch, sie machen es doch - fällt mir wieder ein.
Nachtrag, doch, sie machen es doch - fällt mir wieder ein.
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