Cocooning
Vielleicht werde ich senil altersmilde. Weihnachten habe ich schon an so vielen verschiedenen Orten verbracht - frierend im Nachtzug nach Rajastan, von vorzüglichem Chardonnay besäuselt im heißen Sydney, auf der verzweifelten Suche nach einem offenen Restaurant in Hongkong, in einer fast leeren Lufthansa-Maschine nach Köln, und natürlich mit Eltern und Verwandtschaft ganz traditionell unterm Baum - dass mir ein zurückgezogenes Weihnachten in Kleinstfamilie ohne großen Input von außen inzwischen mal ganz gut tut.
Weihnachten ist nämlich virtuell, hab' ich das schon mal gesagt? Dieses Land mag sich in eine Zeitblase zurückziehen, in der selbige still steht. Aber schon der Blick auf meinen Twitter-Reuters-Feed zeigt, dass außerhalb der virtuellen deutschen (oder eher westlichen) Weihnachtszeit das Leben mit seinen Höhe- und Tiefpunkten weiter geht. Bombenanschläge in Bagdad, Erdbeben in Japan und sonstige Unerfreulichkeiten nehmen auf dieses von den Christen gekaperte Sonnenwendfest ebenso wenig Rücksicht wie wir hier uns darum scheren, ob das islamische Opferfest oder das chinesische Neujahr andere Teile der Welt in ihre eigene Zeitblase versetzt.
Also treiben wir noch ein wenig in unserer Zeitblase, genießen die quasi eingefrorene Zeit. Ich mag auch nur mit Leuten in dieser Blase telefonieren, also mit denen, die sich derzeit im gleichen Kulturkreis aufhalten. Also mit meiner Tochter oder Freunden in Deutschland. Schon der Weihnachtsanruf bei den Freunden in Singapur wäre ein Ausbrechen aus dieser Blase. Das, man mag mir Spießigkeit vorwerfen, wäre schon zu viel.
(Nun gut, konsequent bin ich nicht und lasse mir natürlich aktuelle Fotos vom Schneefall am Fuji zumailen. Und denke gerne an jemanden, der gerade auf die andere Seite des Globus reist. Aber das sind Ausnahmen, die die Regel bestätigen. )
Weihnachten ist nämlich virtuell, hab' ich das schon mal gesagt? Dieses Land mag sich in eine Zeitblase zurückziehen, in der selbige still steht. Aber schon der Blick auf meinen Twitter-Reuters-Feed zeigt, dass außerhalb der virtuellen deutschen (oder eher westlichen) Weihnachtszeit das Leben mit seinen Höhe- und Tiefpunkten weiter geht. Bombenanschläge in Bagdad, Erdbeben in Japan und sonstige Unerfreulichkeiten nehmen auf dieses von den Christen gekaperte Sonnenwendfest ebenso wenig Rücksicht wie wir hier uns darum scheren, ob das islamische Opferfest oder das chinesische Neujahr andere Teile der Welt in ihre eigene Zeitblase versetzt.
Also treiben wir noch ein wenig in unserer Zeitblase, genießen die quasi eingefrorene Zeit. Ich mag auch nur mit Leuten in dieser Blase telefonieren, also mit denen, die sich derzeit im gleichen Kulturkreis aufhalten. Also mit meiner Tochter oder Freunden in Deutschland. Schon der Weihnachtsanruf bei den Freunden in Singapur wäre ein Ausbrechen aus dieser Blase. Das, man mag mir Spießigkeit vorwerfen, wäre schon zu viel.
(Nun gut, konsequent bin ich nicht und lasse mir natürlich aktuelle Fotos vom Schneefall am Fuji zumailen. Und denke gerne an jemanden, der gerade auf die andere Seite des Globus reist. Aber das sind Ausnahmen, die die Regel bestätigen. )
40something - 25. Dez, 16:46
2 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks - 956 mal gelesen
pathologe - 26. Dez, 09:55
Diese
Blasenstimmung kommt auch nur im entsprechenden Kulturkreis auf. Wenn man sich dort befindet. Kann ich Ihnen aus eigener Erfahrung hautnah bestätigen.
40something - 26. Dez, 12:40
Ach, dafür gibt es doch weltweit diese Blasen auch in mobil. Wahrscheinlich auch in Nigeria. Das Verfahren nennt sich expat loop.
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